Die Tat von Aarau ist erschütternd. Mein Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Angehörigen und allen Betroffenen. Gerade deshalb braucht es jetzt zuerst eine vollständige Aufklärung – und keine vorschnellen Gesetzesverschärfungen.
Ich bin selbst Waffenbesitzer und Sportschütze. Für mich ist deshalb selbstverständlich, dass mit Waffen verantwortungsvoll umgegangen werden muss und bei konkreten Gefährdungsanzeichen konsequent eingegriffen wird. Das geltende Waffenrecht ermöglicht dies bereits heute.
Nach dem Messerangriff von Winterthur warnten SP, Grüne und AL zu Recht davor, wegen eines Einzelfalls «Grundprinzipien aufzuweichen». Dieser Massstab muss auch dann gelten, wenn eine Schusswaffe verwendet wurde.
Entscheidend ist deshalb: Gab es Warnsignale? Waren sie den Behörden bekannt? Und wurden die bestehenden Möglichkeiten rechtzeitig genutzt?
Bevor hunderttausende unbescholtene Waffenbesitzer mit neuen Verboten oder gar dem Entzug rechtmässig erworbener Waffen belastet werden, sollte der Gesetzgeber beantworten, welche konkrete neue Vorschrift diese Tat tatsächlich verhindert hätte.
Als Waffenbesitzer und Sportschütze weiss ich, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Waffen Pflichten mit sich bringt. Ebenso erwarte ich aber, dass politische Entscheide auf Fakten beruhen. Bevor neue Verbote beschlossen werden, sollte deshalb zuerst geklärt werden, ob das bestehende Recht versagt hat – oder ob vorhandene Möglichkeiten nicht ausgeschöpft wurden.